Woran du einen echten Kratom-Labortest erkennst
So liest du einen Prüfbericht, Zeile für Zeile.
Von der Redaktion Kilo Kratom (Knoll & Wulf Trading GmbH) · Aktualisiert Juli 2026
„Laborgeprüft“ steht auf fast jedem Kratom-Shop. Das Wort ist gratis. Ein Prüfbericht wird erst zum Beleg, wenn du ihn sehen, lesen und der konkreten Ware zuordnen kannst. Wie das geht, zeigen wir hier Zeile für Zeile, an Beispielen aus unseren eigenen Berichten. Die Kriterien gelten für jeden Shop, nicht nur für uns.
Warum bei Kratom die Zahlen zählen, nicht das Etikett
Kratom ist ein pflanzliches Naturprodukt, und Naturprodukte schwanken in ihrer Reinheit. Das ist keine Vermutung, das steht in unabhängigen Laboruntersuchungen. Eine Auswertung von 68 einzeln analysierten Produkten fand Blei als die Verunreinigung, die am häufigsten an die regulatorischen Grenzwerte heranreichte oder sie überschritt (Snow Caroti et al., 2024, https://doi.org/10.1080/15563650.2024.2395552).
Auch mikrobiell ist das kein theoretisches Thema: Salmonellen-Funde in Kratom-Ware führten zu Rückrufen mehrerer Anbieter (Schwensohn et al., 2022, https://doi.org/10.1089/fpd.2022.0013).
Die Werte streuen also von Charge zu Charge und von Anbieter zu Anbieter. Ein Bericht, der zu einer anderen Lieferung gehört, sagt deshalb nichts über die Ware in deinem Paket. Es zählt der Prüfbericht für genau die Charge, die bei dir ankommt.
Erster Check: Gibt es überhaupt ein Dokument?
Die einfachste Frage zuerst. „Jede Charge wird getestet“ ist eine Behauptung. Ein Beleg ist ein einsehbarer Prüfbericht: mit Labor, Datum, Chargennummer und Messwerten. Findest du auf der Seite eines Shops nur das Wort „laborgeprüft“, aber kein Dokument, weißt du nichts. Formulierungen wie „Berichte auf Anfrage“ oder „für B2B-Kunden einsehbar“ sind die höfliche Version von: Es gibt nichts zu sehen.
Die Chargennummer: verbindet Test und Ware
Ein Prüfbericht gilt für genau eine Charge. Auf einem echten Bericht steht eine Chargen- oder LOT-Nummer, und dieselbe Nummer muss sich beim Produkt wiederfinden. In unseren Berichten steht sie im Kopf, zum Beispiel „LOT-Nr./Charge NL-ER5-SG“, zusammen mit der geprüften Verpackungseinheit („1 x 1kg Vakuum“). Fehlt der Chargenbezug, kann der schönste Bericht von irgendeiner früheren Lieferung stammen.
Das Labor: Name und Akkreditierung, nicht nur ein Logo
Ein belastbarer Bericht nennt das Labor mit vollem Namen und Anschrift. Akkreditierte Labore arbeiten nach ISO/IEC 17025 und führen eine Akkreditierungsnummer, die du bei der zuständigen Stelle nachschlagen kannst. Auf unseren Berichten der AGROLAB-Gruppe steht zum Beispiel die Urkunde D-PL-14082-01-00 (DAkkS). Ein Labor, das nur als Logo oder gar nicht auftaucht, ist kein Beleg.
Die Messwerte: Zahlen, Einheiten, Methoden
Ein echter Prüfbericht zeigt keine Häkchen, sondern Messwerte mit Einheit und Prüfmethode. Zwei Dinge helfen beim Lesen:
- Parameter und Einheiten: Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen werden in mg/kg angegeben, mikrobiologische Werte wie die Gesamtkeimzahl in KBE/g (koloniebildende Einheiten pro Gramm).
- Das Zeichen „<„: Ein Wert wie „<0,50″ bedeutet: unterhalb der Bestimmungsgrenze, also nicht quantifizierbar. „<1 (NWG)“ heißt: unterhalb der Nachweisgrenze, nicht nachweisbar. Das ist kein Trick, sondern Laborstandard und ein gutes Zeichen: Das Labor sagt ehrlich, wie fein seine Methode misst.
Seriöse Berichte nennen zusätzlich die Prüfmethode je Parameter, zum Beispiel DIN- oder ISO-Normen. Ein Screenshot mit „bestanden“ ohne Methodenangabe ist kein Prüfbericht. Und weil die Schwermetalle und Keimwerte in der freien Ware nachweislich schwanken (siehe oben), ist der konkrete Zahlenwert je Charge der eigentliche Beleg, nicht das Etikett.
Der Zeitbezug: Wann wurde geprüft, und gilt das noch?
Auf einem echten Bericht stehen Probeneingang und Prüfzeitraum. Ein Bericht von vor zwei Jahren sagt nichts über die Charge, die heute im Regal liegt. Deshalb gehört zu jeder neuen Charge ein neuer Test. Bei uns findest du das Prüfdatum direkt auf jeder Chargenseite neben der Chargennummer.
Der Einschicker: Wer hat den Test veranlasst?
Auf dem Bericht steht, wer die Probe eingeschickt hat. Viele Tests im Markt stammen von Exporteuren am Anfang der Lieferkette und wandern seit Jahren mit der Ware mit. Das muss nicht falsch sein, bedeutet aber: Der Händler, bei dem du kaufst, hat die konkrete Lieferung nie selbst prüfen lassen. Auf unseren Berichten steht Knoll & Wulf Trading GmbH als Auftraggeber, weil wir jede Charge selbst einschicken.
Die Checkliste zum Mitnehmen
- Dokument öffentlich einsehbar, nicht „auf Anfrage“
- Chargennummer auf Bericht und Produkt identisch
- Labor mit Namen, Anschrift und Akkreditierungsnummer (ISO/IEC 17025)
- Messwerte mit Einheiten und Prüfmethoden, keine bloßen Häkchen
- Probeneingang/Prüfdatum passend zur aktuellen Charge
- Einschicker erkennbar, idealerweise der Händler selbst
Wie das konkret aussieht, kannst du bei uns nachprüfen. Alle aktuellen Prüfberichte mit Chargennummer und Datum stehen auf unserer Labortest-Seite, je Sorte als eigene Chargenseite.
Häufige Fragen
Testet ihr jede Charge einzeln? Ja. Jede Charge geht als eigene Probe ins Labor, mit eigenem Bericht und eigener Chargennummer. Die Ergebnisse stehen offen auf den Chargenseiten.
Worauf wird geprüft? Auf Schwermetalle (Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen) und auf mikrobielle Belastung (Gesamtkeimzahl, E. coli, Hefen, Schimmelpilze, Salmonellen). Die Messwerte je Charge stehen auf der jeweiligen Chargenseite.
Kann ich den Original-Bericht sehen? Ja. Auf jeder Chargenseite ist der Bericht einsehbar, mit Labor, Chargennummer, Probeneingang und allen Messwerten.
Quellen
- Snow Caroti, K., et al. (2024). Clinical Toxicology (Philadelphia). https://doi.org/10.1080/15563650.2024.2395552
- Schwensohn, C., et al. (2022). Foodborne Pathogens and Disease 19(9). https://doi.org/10.1089/fpd.2022.0013
Unsere laborgeprüften Sorten – jede Charge mit eigenem Prüfbericht – findest du in unserer Produktübersicht.